Tomaso Albinoni

 

Tomaso Giovanni Albinoni, 1671 bis 1751, war der älteste Sohn eines venezianischen Papierhändlers. In Venedig lebte und starb Albinoni; trotz seiner eminenten musikalischen Begabung trat er kein Amt an, sondern blieb zeitlebens ein dilettante, was im älteren Sprachgebrauch nicht abwertend gemeint ist, sondern lediglich bedeutet, daß der Betreffende es nicht nötig hatte, die Kunst zum Broterwerb zu benutzen. Sein Durchbruch erfolgte als Opernkomponist, er schrieb mindestens 55 Werke für die Bühne, die auch außerhalb Italiens aufgeführt wurden. Darüberhinaus schrieb er etwa 40 Solokantaten, 80 Sonaten für verschiedene Besetzungen, 60 Konzerte und acht Sinfonien. Trotz der heutigen Hochachtung des Komponisten weiß man über Leben und Werk Albinonis im Grunde sehr wenig, er wurde im Lauf der Zeit immer wieder unterschiedlich eingeschätzt, die Datierung und Zuordnung vieler Werke bleibt schwierig. Bekannt ist Bachs Verwendung seiner Themen und dessen Vorliebe für Albinoni. Über seine Opern ist wenig bekannt, im Bereich des Konzerts gesteht man ihm heute eine bedeutende Rolle in dessen Entwicklung zu. Er steht in der letzten Blüte der hochbarocken venezianischen Tonkunst neben Benedetto Marcello und Antonio Vivaldi, von dessen Neuerungen im Solokonzert Albinoni einiges übernommen hat. Zudem war er ein begnadeter Melodiker; sein Stil ist zupackend und frisch; die raschen Sätze zeichnen sich durch Spielfreude und Prägnanz aus, wodurch sich ein Spielraum für die motivische Verarbeitung öffnet.

 

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